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Ausbildungsmarketing – warum bleiben so viele Ausbildungsplätze unbesetzt?

Ausbildungsmarketing - warum bleiben so viele Ausbildungsplätze unbesetzt?

Gründe: Geburtenknick ✔ die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze ✔ Du musst studieren ✔ manche Berufe sind unattraktiv ✔ Bewerber achten auf den Ruf ✔


In meinen Vorbereitungskursen auf die Ausbildereignungsprüfung kocht in Handlungsfeld 2 immer ein großes Thema auf: Auszubildende finden. Unternehmen fällt es in den letzten Jahren immer schwerer Auszubildende zu finden und so bleiben im vergangenen Jahr fast 60.000 Ausbildungsplätze unbesetzt1.

Doch woran liegt das? Dieser Frage möchte ich im heutigen Blogpost auf den Grund gehen.


Grund 1: Der Geburtenknick in den 90ern

In den 90ern wurden schleichend weniger Kinder geboren. Das bekommen wir in den letzten Jahren immer mehr zu spüren. Doch das schlimme daran: Wenn man sich die Geburtenstatistik der 2000er ansieht2 merkt man schnell – das wird noch viel viel schlimmer.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Das es in den nächsten Jahren weiterhin einen Angebots-Überhang an Ausbildungsplätzen geben wird.

Die gute Nachricht: Seit 2014 wurden erstmals seit langen wieder mehr als 700.000 Kinder pro Jahr geboren – das heißt in ca. 14 Jahren sollte sich das Ganze wieder ausgeglichen haben.

Gab es schon mal so eine Zeit?

Ja. Anfang der 1990er. Doch danach bis vor einigen Jahren war die Nachfrage nach Ausbildungsstellen immer deutlich größer als das Angebot. Die Ursachen dafür liegen nicht nur bei den Geburtenzahlen – aber sie sind ein großer Einflussfaktor.

Grund 2: Im Gegensatz dazu steigt die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze

In den letzten Jahren werden es kontinuierlich mehr Ausbildungsplätze, die von Unternehmen angeboten werden. Sinkt hingegen die Zahl der möglichen Bewerber, bleiben natürlich mehr Ausbildungsplätze unbesetzt3.

Grund 3: jungen Menschen wird gepredigt “Du musst studieren”

“Kind, wenn du was werden willst, musst du aufs Gymnasium und hinterher studieren” – das predigen besorgte Eltern und Großeltern ihren Sprösslingen. Dieser Akademisierungs-Wahnsinn hat allerdings drei unglaublich gravierende negative Folgen:

  1. Die jungen Leute fehlen als Auszubildende.
  2. Die Arbeitslosigkeit von Akademikern steigt, weil es gar nicht so viele Jobs für sie gibt.
  3. Kinder die durch das Gymnasium geschliffen werden kriegen dort deutlich schlechtere Noten (und haben dadurch schlechtere Karten beim Start ins Berufsleben), als wenn sie auf der Realschule wären.

Dieses Problem kannst du angehen, indem euer Unternehmen ein duales Studium – bestehend aus Ausbildung und Studium – anbietet. So zieht ihr junge Leute an, die gerne studieren würden und damit eigentlich an Unis verloren wären und hebt euch von der Masse der Ausbildungsbetriebe ab.

Grund 4: manche Berufe sind unattraktiv

Gut, ich möchte zu geben: Manchmal kann man sich noch so anstrengen: wenn der Beruf unsexy oder unattraktiv ist, ist es schwerer geeignete Bewerber zu finden. In dem Fall hilft einfach nur richtig richtig gutes Ausbildungsmarketing. Wie das geht verrate ich dir in meinem nächsten Blogpost.

Welche Berufe haben eine besonders große Nachfrage?

Laut der deutschen Handwerks-Zeitung (basierend auf dem Daten des BiBB) ist das die Top 10 der Berufe mit den meisten unbesetzten Ausbildungsplätzen4:

  • Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk
  • Fleischer
  • Klempner
  • Restaurantfachmann
  • Gerüstbauer
  • Fachmann für Systemgastronomie
  • Gebäudereiniger
  • Beton- und Stahlbetonbauer
  • Bäcker
  • Tierwirte

Grund 5: Unternehmen suchen Diamanten

Okay, okay, das ist ihr gutes Recht. Aber wenn schon weniger potenzielle Auszubildende zur Auswahl stehen, sollte man bereit sein, mit Rohdiamanten anzufangen, die man erst schleifen muss. Notfalls mit Nachhilfe und viel viel viel viiiel Geduld.

Ausbilden wird leider immer schwerer und manchmal platzt der Knoten erst später bei den jungen Menschen. Aber was ist die Alternative? Nicht mehr ausbilden? Das geht nicht – also heißt es die Zähne zusammenbeißen und sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen.

Grund 6: Bewerber achten mehr auf den Ruf von Unternehmen

Umgekehrt ist es aber genauso. Dank Bewertungsportalen können sich Bewerber schon vor Antritt des Ausbildungsplatzes ein Bild von Unternehmen machen. Tummeln sich dort vorrangig negative Bewertungen sinkt auch die Zahl der Bewerbungen. Daher solltest du als Ausbilder immer im Blick behalten, wie dein Unternehmen dargestellt wird. Das machst du sonst nicht? Dann google mal euer Unternehmen und achte besonders auf folgende Seiten:

  • Google Sterne-Bewertungen und Rezensionen
  • Facebook-Bewertungen für euer Unternehmen
  • Feedback auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen wie Kununu

Auf all diesen Plattformen können euch Bewerber und (ehemalige) Arbeitnehmer bewerten, ohne das ihr dafür ein Profil eingerichtet habt. Daher ist es umso wichtiger, dass ihr euch proaktiv darum kümmert, Profile erstellt und so auf Feedback reagieren könnt.


Was denkst du woran es liegt? Verrate es mir in den Kommentaren!Greensmilies.com

  1. Quelle: Ausbildungsmarkt – Aktuelle Eckwerte im Berichtsjahr 2017/2018, auf: https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Ausbildungsstellenmarkt/Ausbildungsstellenmarkt-Nav.html; abgerufen am 19. Oktober 2019
  2. Quelle: Statista: Anzahl der Geburten in Deutschland von 1991 bis 2018, auf: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/235/umfrage/anzahl-der-geburten-seit-1993/; abgerufen am 25. Oktober 2019
  3. Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung: Die Entwicklung des Ausbildungsmarktes im Jahr 2018, auf: https://www.bibb.de/dokumente/pdf/a11_beitrag_naa309-2018.pdf; abgerufen am 25. Oktober 2019
  4. Quelle: Deutsche Handwerks-Zeitung: Die Top 10 der unbesetzten Ausbildungsplätze 2018, auf: https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/die-top-10-der-unbesetzten-ausbildungsplaetze-2018/150/16263/381646; abgerufen am 19. Oktober 2019

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Kommentare

Ausbildungsmarketing – Tipps für eure Strategie – AdA2go.de 26. Oktober 2019 um 19:14

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