Auftragsmethode in der Ausbildung

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Huhu 😊


Durch die Auftragsmethode wählen wir eine ganzheitliche Methode, bei der die betriebliche Praxis im Fokus steht. Themen richten sich fast immer an den geschäftlichen Prozessen aus und bieten unseren Lernenden eine authentische, berufspraktische Erfahrung. Es handelt sich hierbei um eine Methode, die an der vollständigen Handlung angelehnt wird.

In diesem Artikel zeigen wir dir, was die Auftragsmethode genau ist, wie sie aufgebaut und durchgeführt wird. Wie immer kümmern wir uns auch um

  • alles Relevante zur Auftragsmethode,
  • Beispiele und was es noch so zu beachten gibt.

Zusammenfassung

Für alle ohne Zeit: Ausbildungsmethode_-Auftragsmethode-1.pdf (814 Downloads )

Was ist die Auftragsmethode in der Ausbildung?

Wenn du deine Lernende einen erheblichen Praxisbezug ermöglichen möchtest, eignet sich die Auftragsmethode am besten. Die vollständige Handlung der Lernenden wird in sechs Stufen gefordert und gefördert, man geht auch von einer sehr hohen Motivation aus, wie fast immer, wenn wir reale Aufgaben bearbeiten 🙂

Wie ist die Auftragsmethode aufgebaut?

Da sich die Auftragsmethode wie schon erwähnt an dem Model der vollständigen Handlung orientiert, können sechs Stufen benannt werden. In einigen Literaturen sind es nur fünf, wir erzielen durch die Ganzheitlichkeit aber eine bessere berufliche Handlungskompetenz, also nehmen wir sechs Stufen.

Stufe 1 „Informieren“

Die Stufe teilt sich in zwei Bereiche:

Phase 1

Der Ausbilder informiert seine Auszubildenden über einen eingehenden Auftrag. Es sollte sich um einen echten Kundenauftrag handeln, es ist aber auch denkbar, dass der Auftrag nur ausgedacht ist.

Phase 2

Je nach Betrieb und Auftrag können die Auszubildenden danach mit der Recherche von Informationen beginnen. Dazu zählt aber auch, dass beispielsweise der Kunde angerufen wird, um offene Fragen zu klären. Aufgrund der Ergebnisse aus dieser Phase kann ebenso am Ende der Stufe 1 eine Kundenberatung durchgeführt werden.

Stufe 2 „Planen“

Wenn alles klar ist und sämtliche Fragen beantwortet wurden, startet die Planungsphase. Hier werden die zusammengetragenen Informationen aus der eigenen Recherche und dem, was der Kunde mitgeteilt hat, analysiert und auf Umsetzbarkeit (Budget, Zeit etc.) überprüft. Danach werden Ziele (oder „Teilschritte“) entwickelt und festgehalten. Die Planung kann dem Kunden erneut vorgelegt werden, natürlich kann vorher eine Rücksprache mit dem Ausbilder erfolgen, dies ist in der Regel aber nicht erwünscht, sofern der Ausbilder seine Aufgabe in Stufe 1 gut umgesetzt hat (Informieren, Budget und Rahmen nennen etc.).

Am Ende der Planung steht der Finale Auftrag des Kunden.

Stufe 3 „Entscheiden“

In der dritten Stufe müssen die Auszubildenden eine Entscheidung treffen und diese auch begründen. Es geht hier auch um Personal, Material oder Maschinen, die eingesetzt werden sollen. In Stufe 3 ist es manchmal üblich, dass der Ausbilder als Berater einbezogen wird. Am Ende der Stufe 3 sollte alles zum „loslegen“ fertig sein.

Stufe 4 „Durchführen“

In Stufe 4 werden alle Planungen aus Stufe 2 und 3 durchgeführt. Die Auszubildenden sollten bei realen Aufträgen kontinuierlich ihr bisheriges Ergebnis mit dem vergleichen, was in der Planung steht. Zur Durchführung gehört auch die Dokumentation der Schritte, das Ergebnis dieser und wie viel Zeit, Material, Personal und so weiter eingesetzt wurde.

Stufe 5 „Kontrollieren“

In der betrieblichen Praxis erfolgt in Stufe 5 die Qualitätskontrolle des Arbeitsergebnisses. Hier sollte der Ausbilder noch nicht einbezogen werden, denn zur vollständigen Handlung gehört auch das selbstständige Kontrollieren der Arbeitsergebnisse. Vorab kann abgesprochen werden, ob die Arbeit dem Kunden direkt präsentiert wird oder ob der Ausbilder nochmal „drüberschauen“ soll.

Stufe 6 „Reflektieren, Bewerten“

Zur Stufe 6 gehört die eigene Reflexion und die Bewertung des kompletten Arbeitsauftrages. Die Auszubildenden fragen sich unter anderem:

  • Wie lief der komplette Arbeitsprozess?
  • Wurden alle Vorgaben erfüllt (vom Kunden und vom Betrieb)?
  • Gab es Schwierigkeiten oder hat irgendetwas den Prozess behindert?
  • Wurden alle Regelungen (betrieblich oder gesetzlich) eingehalten?

Die Dokumentation wird fertiggestellt. Auch hier sollte sich der Ausbilder zurückhalten. Im Nachgelagerten Teil des Arbeitsauftrages können Ausbilder und Auszubildende gemeinsam reflektieren, Feedback geben, Bewerten.

Für welche Themen eignet sich die Auftragsmethode besonders gut?

Für die Auftragsmethode sollten immer echte Kundenaufträge verwendet werden. Hier einige kleine Beispiele zur Orientierung.

Zuordnung Ausbildungsordnung (AO) Thema
Automobilkaufleute
Fahrzeughandel und -vertrieb unterstützen
Probefahrt für einen Kunden abwickeln und organisieren
Markt- und Sozialforschung
Aufgaben, Funktionen und Anwendungen
Eine Marktanalyse für den Betrieb durchführen
Kaufleute für Büromanagement
Auftragsbearbeitung und -nachbereitung
Eingehende Anfrage bearbeiten
Immobilienkaufleute
Begleitung von Bauvorhaben
Finanzierungsanfrage eines Kunden bearbeiten

Probleme und Nachteile der Auftragsmethode

Natürlich gibt es auch in der Auftragsmethode Hindernisse, Probleme und ein paar Dinge für den Ausbilder zu beachten.

  • Die Durchführung und Planung kostet Zeit und Ressourcen.
  • Auszubildende benötigen dringlichst Kenntnisse in dem Bereich des Auftrages. Ohne Vorkenntnisse geht das nicht.
  • Der Ausbilder muss diese Art der Unterweisungen gut vorbereiten und sich zurückhalten.

Beispielhafte Planung und Ablauf

Die beispielhafte Planung und einen Ablauf findest du in der PDF-Datei. 🙂 ⬇

Beispiel und Download 📥

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