Das BIBB empfiehlt Ausbildungsberuf im Bereich Medizinprodukteaufbereitung

Hallöchen 🙂

Neue Nachrichten aus der Ausbilderwelt: “In Kürze” wird es vermutlich einen neuen Ausbildungsberuf geben der im Bereich MPA (Medizinproduktaufbereitung) angesiedelt sein wird. Das BIBB beendete eine zweijährige Forschung und veröffentlichte das entsprechende Ergebnis auf der Webseite. (Hier geht es zur Pressemitteilung, abgerufen am 29.05.2021)

Warum ein neuer Ausbildungsberuf?

Immer wieder wird über bestehende Ausbildungsberufe nachgedacht, neue ins Spiel gebracht oder darüber debattiert Ausbildungsberufe zusammenzulegen oder komplett einzustampfen. Bei der Entscheidung, ob es einen neuen Ausbildungsberuf geben soll, müssen unter anderem diese Faktoren berücksichtigt werden:

  • Gibt es schon ähnliche Ausbildungsberufe oder kann man bestehende Erweitern?
  • Wie groß ist die Nachfrage bzw. wie viele Auszubildende werden vermutlich für den neuen Ausbildungsberuf gefunden?

Unter dem Strich gab es nichts, was in die Sparte medizinische Hygiene fällt und so geändert oder erweitert werden konnte, dass es noch Sinn ergibt. Aus diesem Grund wurde das BIBB aktiv und startete ein, über zwei Jahre laufendes Projekt. Spannend ist hier die Vermutung aller, die diese Pressemitteilung lesen, dass Corona den Anstoß gab, allerdings startete das Projekt bereits 2018 – also lange vor Corona.

Kriterien, um einen neuen Ausbildungsberuf zu schaffen sind:

  • Ein ausreichender Bedarf in genau dieser Qualifikation
  • Unabhängigkeit von Einzelbetrieben (soll also für die Allgemeinheit “nutzbar” sein)
  • Ausreichend Inhalte, damit es sich für eine zwei bis dreijährige Ausbildung lohnt
  • Überschneidungen zu Inhalten anderer Ausbildungsberufe sind okay, allerdings muss der neue Ausbildungsberuf ein gewisses Alleinstellungsmerkmal besitzen
  • Eine Weiterqualifizierung sollte möglich sein
  • Die Ausbildungsinhalte müssen herunterzubrechen sein (Operationalisierung)

Wie sieht der Ausbildungsberuf aus?

Natürlich ist noch nicht allzu viel bekannt, immerhin geht es hier nur um den Abschlussbericht eines Projektes, die Idee kann im Grunde trotz der Empfehlung des BIBB verworfen oder geändert werden. Daher können wir hier auch noch nicht mit einer Bezeichnung dienen, wenn man sich andere Berufe anschaut, wären sehr viele Möglichkeiten gegeben. Ein Blick in den Abschlussbericht zeigt viele Überschneidungen mit bestehenden Ausbildungsberufen.

Zielgruppen der Forschungsarbeit fanden sich in vielen Branchen, unter anderem:

  • Aufbereitungsunternehmen
  • Medizinische Versorgungszentren
  • Krankenhäuser
  • Praxen
  • OP-Zentren
  • Medizinprodukte-Hersteller

Daraus leitet sich natürlich schon ein wenig ab, wohin alles führen soll. Inhaltlich wurden Kernkompetenzen und Nebenkompetenzen genannt, diese sind:

Kernkompetenz des neuen Ausbildungsberufes

  • Konkreten Aufbereitung von Medizinprodukten

Nebenkompetenzen

  • Reparaturmanagement
  • Instrumentenmanagement
  • Servicemanagement
  • Qualitätsmanagement
  • Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
  • Logistik
  • Warenbewirtschaftung

Vermutlich (hoffentlich) werden hier auch Computertechnische Kompetenzen einbezogen, ganz klassisch die Office-Programme, allerdings auch ein sicherer Umgang mit dem Computer allgemein und der IT-Sicherheit sollte in jeder Neuordnung oder in jedem neuen Ausbildungsberuf ihren Platz finden. (Dies ist natürlich nur unsere Meinung 😅)

Wann wird der neue Ausbildungsberuf kommen?

Die Frage ist: Wird er überhaupt kommen. Wie oben schon erwähnt geht es hier nur um ein Forschungsprojekt das von Sozialpartnern und der Politik angestoßen wurde und jetzt beendet ist. Der Abschlussbericht wurde veröffentlicht und den entsprechenden Stellen zugestellt. Diese entscheiden, ob es nun Sinn ergibt, sich weiter mit der Thematik zu beschäftigen. Mögliche Szenarien:

  • Der neue Ausbildungsberuf kommt
  • Der Gedanke des neuen Ausbildungsberufs wird verworfen
  • Die Inhalte werden, durch eine Neuordnung, in einen bestehenden Ausbildungsberuf integriert

Wir halten euch auf dem Laufenden 😎🧐

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